Reopening
VENT gallery
Munich

(I) like your curvy waves

Judith Adelmann



Opening Saturday, 9th of July 2022
2pm to 8pm

 

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Hydroknowledge

I’m here in this watery field of uncertainty,

Embracing the unknown future of my feminist self.

 

Immersing in velvety blue, flowing through me,

Allowing me to navigate through the shallow depth of hydroknowledge.

 

I’m a vessel of water, a vessel of memory, a vessel of perceptions.

 

I’m sliding through knowledgeable waters,

Information pouring out of me,

Becoming part of the stream that nourishes us, connects us, makes us become one

body, limited yet permeable.

 

The healing embrace of fluidity.

 

(This short poem is a response to the ‘Hydrofeminism: Or, On Becoming a Body of

Water’ by Astrida Neimanis, written by Anne Pfautsch)

Das Detroiter Techno-Duo Drexciya schuf ab den 1990er Jahren in zahlreichen Alben einen komplexen auditiven Mythos eines imaginären Unterwasservolks. Bezugnehmend auf unterschiedliche Narrative eröffnet die installative Zusammenführung der einzelnen im Raum angeordneten Elemente der Ausstellung (I) like your curvy waves von Judith Adelmann, einen fantastischen Raum erdachter Wasserwelten und anderer Lebensformen. Das immer noch weitestgehend unerforschte, vom Menschen nur bedingt zugängliche Terrain führte im Laufe der Menschheitsgeschichte zu zahlreichen Legenden um Wasserwelten und ihrer Bewohner:innen, und verbindet über die Kontinente hinweg verschiedene Kulturkreise.

Zeitgenössische feministische Theorien, wie die des Hydrofeminismus1, heben die metaphorischen und

verbindenden Eigenschaften des Elements Wasser hervor. Besteht der menschliche Körper zu 60 – 90 Prozent aus Wasser, sind lebende Körper evolutionär betrachtet demnach die Grundlage für die Verbreitung von ‚Hypersea‘, die entstanden ist, als das Leben aus dem Meer zog und „einen wässrigen Lebensraum ‚zurück in sich selbst‘ gebildet hat“2.

Hypersea als Umformung des traditionellen Organismus-Begriffs, umfasst dabei nicht nur die terrestrische Flora und Fauna, sondern auch technologische, geophysikalische und meteorologische Gewässer. Wasser ist hierbei das verbindende Element, das über das einzelne Individuum hinaus, die Relation zu einem Kollektiv entstehen lässt. Wasser ist trotz ständiger Bewegung planetarisches Archiv von Bedeutung und Materie, es speichert und beinhaltet Information. Explizite Flüssigkeiten unserer Körper, wie Fruchtwasser, Blut, Galle, intrazelluläre Flüssigkeit; ein kleiner verschluckter Ozean, ein wildes Feuchtgebiet, Rinnsale, die sich ihren Weg von innen nach außen bahnen.3

Der durch die Installation geschaffene Raum, lässt durch die Anordnung der Elemente eine fließende Bewegung entstehen, aus der heraus der Blick aus verschiedenen Perspektiven auf die einzelnen Keramiken gelenkt wird. Das Material Ton, selbst ursprünglich zu einem großen Teil aus Wasser bestehend, wird durch den Brand in feste Materie verwandelt. Erst durch die Bewegung der Besucher:innen durch den Ausstellungsraum wird dieser zu einem lebendigen Habitat.

Das Element Wasser dient als sinnesbezogene Metapher einer großen Unbekannten und deren Anerkennung.

Mit der Einzelausstellung (I) like your curvy waves der Künstlerin Judith Adelmann, eröffnet das 2018 in Wien gegründete Off-Space VENT gallery, nach einjähriger Pause seinen neuen Ausstellungsraum in Hohenbrunn bei München.

1 Neimanis, Astrida: ‘Hydrofeminism: Or, On Becoming a Body of Water’, in ’Undutiful Daughters: Mobilizing Future Concepts, Bodies and Subjectivities in Feminist Thought and Practice’, eds. Henriette Gunkel, Chry-santhi Nigianni and Fanny Söderbäck. New York: Palgrave Macmillan, 2012

2 Neimanis, Astrida,, p. 97

3 Neimanis, Astrida: Bodies of Water, Posthuman Feminist Phenomenology, London, New York 2017, p. 1

 

 

This exhibition is funded by 

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